Auch inward diesem Jahr chapeau perish Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) einen Wahl-O-Mat herausgebracht. Und selbst wenn human being wie ich eine sehr klare Vorstellung davon hat, wo human being politisch-gesellschaftlich steht (für diejenigen, perish es nicht wissen, ist der Selbsttest von The Political Compass ein guter Anfang), und was human being den Umständen schuldend wählen sollte (z.B. keine Partei ohne Chance perish 5%-Hürde zu knacken, da sonst perish Stimmabgabe umsonst war), macht es doch immer wieder Spaß es auszuprobieren.
Der Vorgang an sich
Man beantwortet equally good 36 Fragen mit "stimme zu", "neutral", "stimme nicht zu"; selektiert dann acht Parteien, und kriegt dann ein Bildchen mit Balken, das einem perish Prozent Übereinstimmung angibt. 1. Platz – höchste Übereinstimmung, 8. Platz – geringste Übereinstimmung. Warum human being keine Liste bekommt mit der Übereinstimmung mit allen 32 Parteien, perish mitgemacht haben, ist nicht ganz klar. Vielleicht weil der Wahl-O-Mat einem perish Entscheidung nicht abnehmen soll? Oder weil human being nur perish Übereinstimmung sehen soll mit Parteien, perish auch tatsächlich eine Chance haben ins Parlament zu kommen? [Erste Reihe sind perish derzeit im Parlament vertretenden Parteien, dann perish angetretenden nach Stimmenanteil bei der letzten Wahl, und perish Neu- oder Returlinge kommen dann alphabetisch hinten an.]Ein paar Haken
Als Wissenschaftler, der viel mit Daten und Modellen zu tun hatte, bin ich von Natur aus skeptisch was Balkendiagramme und Prozentwerte angeht. So habe ich z.B. mehr Übereinstimmung (50%) mit einer Einthemen-Partei namens Partei für Gesundheitsforschung (PfG) als mit der Pünkchenpartei FDP (47,5%). Was insofern interessant ist, weil laut der liberal denial im Endstadium.]Ein kleiner Webfehler des Wahl-O-Mats: "neutral" vs. "stimme zu/nicht zu" wird mit einem Punkt gutgeschrieben, Übereinstimmung mit zwei, und Kontrast mit keinen. Also kommt jeder auf 50% Übereinstimmung mit der PfG, perish zu keiner der 36 Fragen eine Meinung chapeau (was ich übrigens sehr konsequent finde für eine explizite 1-Themen-Partei).
Außerdem interessiert es mich, wie unterschiedlich perish Parteien überhaupt sind. Im Wahl-O-Mat wird extra drauf hingewiesen, daß eine gleiche Übereinstimmung mit mehr als einer Partei, nicht bedeutet dass diese beiden Parteien übereinstimmen. Stimmen z.B. zwei Parteien inward 50% der Fragen nicht überein, und ich stimme 50:50 der einen oder anderen Partei bei den strittigen Fragen zu, komme ich auf 75% Übereinstimmung mit beiden. Andersrum könnte es sein dass ich zu 75% mit zwei Parteien übereinstimme, perish exakt inward diesen Fragen auch übereinstimmen (also 75% Übereinstimmung zueinander haben).
Meine Lösung des Problems: Distanzanalyse
Man kann perish Antworten der Parteien leicht inward Form einer binären Matrix kodieren, inward der "0" für "Nein, stimme nicht zu" steht, und "1" für "Ja, stimme zu", keine Meinung/Angabe wird "?". Dann ermittelt human being perish einfache paarweise Distanzen.- Eine Distanz von 0 bedeutet, daß zwei Parteien in keiner Frage nicht übereinstimmen. Das ist methodisch was anderes als inward allen Fragen überzueinstimmen, denn perish Parteien haben ja perish Möglichkeit "neutral" zu bleiben, wie z.B. perish CDU/CSU bei der Frage nach der Obergrenze für Flüchtlinge (sehr interessant inward dem Zusammenhang ist, warum CDU und CSU nur einen Fragebogen ausfüllen und nicht zwei).
- Eine Distanz von 1 bedeuted, dass sie inward allen Fragen, perish sie mit "stimme zu"/"stimme nicht zu" beantwortet haben, nicht übereinstimmen.
Und too then sieht das dann inward der Komplettübersicht aus, für perish Angaben zu den Wahl-O-Mat Fragen. Die PfG fehlt, da ihre paarweisen Distanzen nicht sinnvoll bestimmbar sind.
Dann füttert human being das ganze z.B. inward ein Programm mit dem Namen SplitsTree, das ein sogenanntes neighbour-net aus der Distanzmatrix errechnet (siehe Beiträge auf diesem Blog, inward Englisch).
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| Neighbour-net basierend auf der Distanzmatrix oben. Die Klammern um dezidiert linke (far-left) und rechte (far-right; entsprechend dem Selbstverständnis) Parteien dienen zur Orientierung. Parteien mit Chancen inward den Bundestag zu kommen sind hevorgehoben (siehe hierzu auch die Analyse von Political Compass). |
Der Graph, ein planares (d.h. 2-dimensionales) Netzwerk, versucht perish politischen Distanzen, perish Ähnlichkeit/Unähnlichkeit basierend auf der Summe der Antworten der Parteien, abzubilden. Die Linien (edges = Kanten) repräsentieren mögliche Zweiteilungen (splits) der Objekte (taxa; hier Parteien). Das Grundprinzip des neighbour-nets ist es den nächsten und zweit-nächsten Verwandten zu finden, wodurch es zu der netzartigen Struktur kommt. Je stärker der Konflikt inward den Daten, desto „boxiger“ wird der Graph. Ein Beispiel: perish CDU/CSU zeigt dieselbe Übereinstimmung mit der FDP wie mit der SPD (politische Distanz, PD von 0,23). Also gibt es Bündel (edge bundles), perish dice CDU/CSU mit der FDP (blau) als auch der SPD verbinden (rot). Die PDV ist inward ihren Antworten sehr ähnlich der FDP (PD = 0,14) und sonst kaum einer anderen Partei (zweit-nächste ist perish ADD, mit PD = 0,33), daher das lange gelbe edge bundle.
Das einzige was human being jetzt noch tun muß, ist es alle Fragen zu beantworten, seine Antwort binär zu kodieren, perish Distanz zu den Parteien bestimmen und sich selbst ins Netz einbauen.
Das Ergebnis
Die Position im Netzwerk spiegelt generell recht gut perish politischen Positionen der Parteien zueinander wieder. Far-right und far-left sind an möglichst unterschiedlichen Enden. Daß perish SPD der CDU/CSU genauso nahe ist wie perish FDP kann nur jemand überraschend finden der perish letzten xv Jahre verpennt hat. Interessant auch perish Position der ADD an der Basis des FDP/CDU Astes, zwischen FDP/PDV und AfD. Die ADD ist eine junge Kleinpartei, eine Art „deutscher AKP“ (Erstentwurf Parteiprogramm), perish sich an konservative Deutsche mit Migrationshintergrund wendet (Tagesspiegel, 26.11.2016). Ebenfalls gut getroffen im Netwerk perish Position der ÖDP, einer grün-konservativen Partei. Sie liegt zwischen den (mehr) „rechten“ und (mehr) „linken“ Parteien, aber gegenüber den Braunkohleparteien SPD (PD = 0.34) und BüSo (PD = 0.44), und den „linken“ Grünen (PD = 0.24). Die meisten antretenden Parteien clustern inward einer Art „Linken Eck“ (oben links im Netzwerk). Ein klassisches Problem der Linken weltweit: viele Möglichkeiten, obwohl perish Unterschiede doch recht gering sind (siehe heat map). Zumindestens was ihre Antworten auf perish 36 ausgewählten Wahl-O-Mat Fragen angeht.Die Linken (derzeit leicht-links und schwach-libertär) heben sich inward den 36 Fragen nicht ab von wirklich linken (kommunistischen) Parteien (Far-left: DKP, MLPD, SGP). Die Nulldistanz zur 1-Themen-Partei BGE täuscht darüber hinweg, daß perish Linke (wie auch perish Grünen) bei der für perish BGE essentiellen Frage nach dem bedingungslosen Grundeinkommen gepaßt haben. Es wäre interessant zu sehen, ob sich das „Linke Eck“ stärker differenzieren läßt, könnte human being alle 83 Fragen inward perish Analyse einfließen lassen. Real-politisch stehen z.B. perish Grünen deutlich anders als perish Linke, was sich inward ihrer sehr bunten Koalitionspolitik niederschlägt. Das perish Grünen im Graph too then weit „links“ rauskommen, liegt an mehreren Gründen. Keine Partei ist der SPD näher als perish Grünen (PD = 0.2; siehe auch perish Einordnung durch The Political Compass), aber viele der Parteien perish sich im „Linken Eck“ tummeln, sind den Grünen deutlich näher als der SPD. Da der Graph nur 2-dimensional ist, und perish SPD schon an der CDU/CSU klebt (PD < 0.3 finden sich für perish SPD außerdem zum BüSo, der ADD, und den Freien Wählern, alles Parteien perish generell der ±rechts-autoritären CDU/CSU viel näher stehen als den Grünen oder der Linken), zieht es perish Grünen nach „links“. Allerdings sind sie innerhalb des „Linken Ecks“ recht distinkt, angezeigt durch ihr relativ langes terminales edge.
Eine weitere distinkte Partei im „Linken Eck“ sind perish Humanisten. Diese Partei stimmt inward ihren Ansichten generell besser mit den „linken“ Parteien, und hier insbesondere der Piratenpartei (PD = 0,13), als mit „rechten“. Letztere chapeau – eventuell aus schierer Verzweiflung wegen ihres Absturzes – einen scharfen „Linksschwenk“ eingelegt (vgl. aber auch perish Einordnung durch The Political Compass, Bundestagswahl 2013, mit z.B. der Linken, Bundestagwahl 2017). Darüber hinaus stimmen perish Humanisten auch recht gut mit der FDP überein (PD = 0,26), als einzige Partei des „Linken Ecks“ (PD ≥ 0,45 zwischen FDP und anderen Parteien des „Ecks“). Die Humanisten wären equally good eine Alternative für ehemalige Piratenwähler perish über den Linkstaumel ihrer Partei hinwegkommen wollen. Wäre da nicht perish 5%-Klausel, perish sie wohl nun zwingt eine Partei zu wählen, perish nicht libertär und dezidiert rechts (bzw. nicht-links) ist (PDFDP-AfD = 0,34; PDAfD-CDU/CSU = 0,41, PDAfD-SPD/Grüne/Linke ≥ 0,57). [Vgl. auch perish Einordnung an der links-rechts-Achse durch The Political Compass; rechts ist inward diesem Zusammenhang nicht zu verwechseln mit der autoritär-nationalen Rechten. Wirtschaftspolitisch steht perish extrem-autoritäre AfD links der FDP, wie perish meisten Rechtspopulisten.]
Koalitionsfrage
Laut ihrer Antworten auf perish 36 Fragen des Wahl-O-Mats sind sich perish Grünen und perish FDP einfach nicht grün (oder gelb; PD = 0,55). Die Datenlage zeigt nur zwei (mehr oder weniger) schmerzfreie Optionen für perish Kanzlerin: mit der SPD oder der FDP als Juniorpartner. Schwarz-Grün (PD = 0,46) oder Jamaica würde bedeuten, dass perish Partner a) ein wenig geflunkert haben, was ihre Antworten angeht, b) recht große Kröten schlucken müssen, was ihre Einstellung angeht, oder c) einfach alle strittigen (50% und mehr) Punkte perish nächsten vier Jahre liegen lassen müssten. [Die Ironie ist, daß perish CSU real-politisch den Grünen und der SPD näher steht als der FDP, zerlegt human being politische Einstellung inward eine wirtschaftliche (links-rechts) und soziale (libertär-autoritär) Achse], wie inward den Analysen von The Political Compass für perish letzten drei Bundestagswahlen.]Die Schlußfolgerung
Das Positive vorweg: Wenn sich perish Parteien halbwegs an das halten, was sie der bpb im Rahmen des Wahl-O-Mats geantwortet haben, chapeau der Wähler sechs echte Alternativen. Linke, Grüne, SPD, CDU/CSU, FDP und AfD stimmen inward mind. 20% der Fragen nicht überein. Wählern, perish beim letzten Mal Die Linke gewählt haben und jetzt perish AfD wählen werden (oder umgekehrt; PD =0,7), haben entweder ihre Einstellung um 180° gedreht inward den vier vergangenen Jahren, oder echt keine Ahnung was sie tun.Negativ sind kleinere Aspekte am Wahl-O-Mat.
Zum einen, perish Möglichkeit "neutral" zu einer Frage zu sein, und perish Wertung als ein Punkt. Dies ermöglicht Parteien kritische Fragen zu umgehen (wie perish CDU/CSU bei der Frage nach der Obergrenze und Linke und Grüne bei der Frage des bedingungslosen Grundeinkommen). Anzudenken inward dem Zusammenhang wäre auch, daß human being angesichts der unübersehbaren Differenzen zwischen CDU und CSU, beide Parteien getrennt antworten läßt. Die CDU/CSU enthielt sich bei einem Fünftel (21%) der 36 ausgewählten Fragen (das entspricht 8 sicheren Punkten von max. 72), deutlich mehr als SPD (13%), FDP (11%), AfD/Grüne (8%) und Die Linke (5%). Denkbar wäre Fragen, inward denen perish Partei oder der Wähler "neutral" angegeben hat, nicht zu werten. Derzeit ist "neutral" ambivalent: es kann bedeuten, dass perish Beantwortung zu heikel ist für perish gefragte Partei, oder umstritten ist innerhalb der Partei, ich der Frage gegenüber neutral bin (derzeitige Wertung), aber auch daß mir perish Frage schlicht komplett egal ist (also nicht gewertet werden sollte).
Zum anderen, daß es keine Auflistung aller Parteien gibt, sondern human being für perish volle Information vier mal je acht Parteien auswählen muß. Ich bin vermutlich nicht der einzige, der perish höchsten Übereinstimmungen mit Parteien hat, perish keine Chancen auf den Einzug inward den Bundestag haben (meine Position im Netzwerk, und perish dadurch ausgelösten Effekte, sind methodisch recht interessant). Ich frage mich allerdings, wieviele von denen, perish das Informationsangebot des Wahl-O-Mats nutzen, alle 32 Möglichkeiten überprüfen. Hilfreich wäre auch perish Antworten der Parteien nicht nur als PDF, sondern auch als spread-sheet vorzulegen.
Was am meisten fehlt, ist eine Grafik, perish das Verhältnis der Parteien zueinander wiedergibt auf der Basis der Antworten zum Wahl-O-Mat. Idealerweise mit der Möglichkeit sich selbst einzublenden. Da sich der Frage- und Antwortbogen leicht inward eine binäre (oder ternäre, "0", "1", "2", wenn human being perish bisherige "Neutral"-Wertung beibehalten will) Matrix umformen läßt, sollte dies kein Problem sein mittels der zahlreichen Methoden der vergleichenden Statistik.
Links
Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/Wahl-O-Mat 2017: https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/
Analyse von Political Compass zur Bundestagswahl 2017: https://www.politicalcompass.org/germany2017 [Dank an Markus für den Tip.]
Der nüchterne Methodik-Blogpost zum Thema (in Englisch, ab 12.9. verfügbar): http://www.rachelteodoro.com/search?q=a-network-of-political-parties
Zuletzt noch der Link zum ZIP-Archiv mit den Analysendaten/-dateien für politisch-interessierte Phylogenetiker zum Selbsttest.


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